Mittwoch, Mai 31, 2006

Esten weltweit - Fortsetzung

Wir hatten hier schon einen Fußballtorwart in England vorgestellt, Esten in China und nun das:
Rechts im Video ist der Este "Baruto" zu sehen.
Wikipedia weiss mehr.

Samstag, Mai 27, 2006

e-Demokratie in Estland

Es gibt nicht nur materielle Dinge zu exportieren. Demokratie basiert auf der Mitarbeit von vielen, oft ohne Gegenleistung und Entschädigung des Aufwands. Und es ist kein Zustand der einfach erreicht wird und das war's dann.
Das Beispiel ist die e-Demokratie. Das Arbeiten mit dem Computer als Mittel politische Entscheidungswege durchschaubarer und einfacher zu machen. Mit der Chance, mehr Menschen als bisher in die gesellschaftlichen Prozesse einzubinden. Für mich wäre ein Beispiel die berüchtigte Sprechstunde der Wahlkreiskandidaten. Um dort hinzugelangen benötigt es Zeit, die Kinder müssen betreut werden usw., alles viel zu kompliziert. Ausserdem ist die Hemmschwelle, einem Bundestagskandidaten persönlich vorzusprechen nicht zu unterschätzen.
Hier lohnt sich ein Blick auf die e-Governance Academy in Estland. Im Juni findet eine Konferenz zur 'Demokratie in der Informationsgesellschaft' statt. Worum es geht, hier ein Beispiel aus jüngster Vergangenheit nochmal hervorgeholt. Im letzten Jahr hat Peeter Marvet in einem Podcast ausführlich erklärt, was Bürgerbeteiligung über das Internet für die Gesellschaft und insbesondere die Regierungsgeschäfte bedeuten könnte.

Donnerstag, Mai 25, 2006

Der Denkmalstreit

Jedes Jahr gibt es Tage, an denen irgendein historisches Ereignis mit einer Feier begangen wird. In Estland überkreuzen sich immer noch estnische mit sowjetischen Jahrestagen. Und immer wieder wird heiss im Internet debattiert, wer und wo was veranstalten darf. Ein Ritual dieser Auseinandersetzung ist der Farbanschlag auf eine sowjetische Soldatenstatue im Zentrum Tallinns geworden. Seit Tagen wird um den Verbleib dieses Denkmals diskutiert. Es geht um die Deutungshoheit der Geschichte, mal mehr, mal weniger. In Giustinos Blog haben wir das in aller Kürze durchdiskutiert. Hier das Ergebnis inklusive Kommentare. Was für mich neu war, ist, dass 1946 schon zwei Minderjährige versucht haben, das Monument in die Luft zu sprengen. Höchststrafe war die Folge. Siehe
Itching for Eestimaa
.

Mittwoch, Mai 24, 2006

Die deutschen Unis und das Internet

1990 wagte unser Professor, der die Diplomarbeiten begutachtete, eine Prognose: In zehn Jahren wäre alles digitalisiert, das Verstauben von Forschungsarbeiten in Archiven vorbei. Das Papier unnötig und die Daten leicht zugänglich. O.k. das war sogar noch vor dem Internet. Aber geändert hat sich nicht viel. Es wird gedruckt ohne Ende, und die Arbeiten verschwinden oft auf Nimmerwiedersehen. Nur Elfenbeinturmbewohner und Wissenschaftsenthusiasten machen sich auf die Suche nach Stichworten in Katalogen mit anschließender Buchbestellung oder Ausleihe und Rückgabefrist. Wissensverschwendung, wie ich finde.
Aber einige schlagen einen anderen Weg ein und stellen ihre Ergebnisse zur Verfügung. Jan, TU Darmstadt, hat es mit seiner gerade beendeten Magisterarbeit getan. Wer sich in den Irrgarten baltischer Parteienlandschaften begeben will, hier nachzulesen.
Thema: Die baltischen Parteiensysteme im zweiten Jahrzehnt ihrer demokratischen Konsolidierung. Parteienwettbewerbsstabilität und Wählerstabilität

Montag, Mai 22, 2006

Das große Aufräumen - nach 15 Jahren

Das Umweltministerium Estlands beginnt mit dem Großreinemachen in alten sowjetischen Liegenschaften. Darunter solche Militärgelände wie hier bei Voru, die 1992 bereits verlassen waren. Keiner wusste, was bis dahin an Stoffen ins Erdreich gelangt war.

Sonntag, Mai 21, 2006

Warum die hohe HIV-Infektionsrate?

Birgit Johannsmeier versucht eine Antwort zu finden, hier im Deutschlandfunk vom 19. Mai.
ein Auszug:
Im staatlichen Gesundheitsamt in Tallinn hat der Seuchenforscher Kuulo Kutsar schon vor Jahren beobachtet, dass sich das Aidsvirus völlig unkontrolliert im ganzen Land ausbreitete. Sogar private Tankstellen installierten auf ihren öffentlichen Toiletten ultraviolettes Licht, um das Spritzen von Heroin zu verhindern. Doch erst als im Jahre 2001 jeder zehnte Drogenabhängige in Estland HIV-positiv war, fand Kuulo Kutsar
auch bei den Politikern Gehör.

"Begonnen hat es im Osten, an der russischen Grenze, direkt nach der Unabhängigkeit. Viele Russen, die dort lebten, konnten den kleinen Grenzverkehr nutzen, um sich billig Drogen zu besorgen. Damit kam auch das Aidsvirus ins Land.Wir wollten etwas dagegen tun, aber wir fanden einfach kein Gehör. Damals gab es die meisten Fälle in der russischsprachigen Bevölkerung, heute ist ganz Tallinn Problemgebiet. Und die Infizierten sind sehr jung, zwischen 15 und 30 Jahre alt."

Freitag, Mai 19, 2006

Vergangenheitsbewältigung


Aber diesmal der jüngeren Vergangenheit in dem gerade veröffentlichten Buch "The Hole -Another look at the sinking of the Estonia ferry on September 28, 1994". Es geht auch um die ersten Jahre der wieder-errungenen Unabhängigkeit. Als Estland noch nicht Nato und EU-Mitglied war. Natürlich dreht sich der Inhalt von "The Hole" um den Schiffsuntergang der Estonia im Herbst 1994. Der Autor untersucht darüber hinaus die Lage, die internationalen Verwicklungen und dunklen Geschäfte, die zu einem recht düsteren Bild dieser Zeit führen. Es gab Waffenverkäufe, Militärschiebereien zwischen Schweden und Russland. Russische Soldaten waren noch bis zum Sommer 1994 im Land stationiert. Drumherum steckten mafiose Clans ihre Herrschaftsgebiete ab. Die Untergrundgeschäfte konnten als Beweis ausgelegt werden, dass Estland gar nicht fähig sei, seine Souveränität selbst auszuüben. Tatsächlich war sogar die junge estnische Armee noch ganz im Sinne der Sowjetzeit geführt. Und eines der Prinzipien dieser Zeit war die Willkür. Als der Oberbefehlshaber ein Este aus den USA wurde, bestand eine der Hauptaufgaben darin, die Truppe in einen demokratischen Staat einzubinden. Einige unbelehrbare Offiziere wurden entlassen. Auch von dort gab es Widerstand. Die Verhältnisse, die Drew Wilson schildert, hinterlassen ein ungutes Gefühl. Waren die ersten Unabhängigkeitsjahre doch nicht so stabil? Dagegen wirkt die EU-Mitgliedschaft Estlands seit 2004 als scharfer Kontrast. Dass es damals Gründe genug für einen Zusammenstoß zwischen Esten und Russen gab, liegt auf der Hand. Aber es gab bekanntlich keine sozialen oder politischen Unruhen. Spielt hier vielleicht die Mentalität eine Rolle? Kristi Luik hat sie im City Paper einmal so beschrieben:
...
They [Estonians] don't smile and use their hands while talking but instead give you sidways glances and move their hands only to light and smoke cigarettes. They will not show it when they agree with what you are saying, so it is up to you to decipher whether that grumbling "mmmmm" in the back of their throats is a wholehearted endorsement or cutttinng indictment.
Estonians believe silence is golden.
...

Dienstag, Mai 16, 2006

Tallinn von oben


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Originally uploaded by carlosj.
Carlosj ist ein Hobbyfotograf. Er war erstmals vor 2 Jahren mit der Kamera unterwegs. Jetzt arbeitet er in Tallinn. Diese gelungene Aufnahme einer Vorstadt-Plattenbausiedlung wurde im März gemacht, mittlererweile ist es natürlich grün geworden und auch warm in Estland.

Aus shutterlog.com über Carlosj:

The Photographer
Carlos Johnson. is originally from a small island in the middle of the sea, located at latitude 18° 30’ North longitude 69° 57’ West. He likes to describe himself as an accidental photoblogger who happened to pick up a camera for the first time in May 2004. During the day, he is a system administrator. He spends a lot of time listening to music and likes to drink caffeinated beverages.

Montag, Mai 15, 2006

Vanilla Ninja-Konzert in Osnabrück


VN-Konzert in Osnabrück
Originally uploaded by Jens-Olaf.
Noch mehr Fotos des Konzertes vom Samstag in Osnabrück: einfach auf das Bild klicken, und es wird weitergeleitet. Auf der wichtigsten Fanseite der Vanilla-Ninjas sammeln sich die Erlebnisberichte. Viele waren weit angereist und haben nachmittags beim Soundcheck bereits einen kräftigen Regenschauer abbekommen. Von da an gab es nur noch die Flucht nach vorn - abtanzen bis die Gruppe Stunden später auftritt.

Samstag, Mai 13, 2006

"Wir wollen mit unserer Musik die Welt erobern"

Zitiert Tirol-Online ein Mitglied der estnischen Pop-Rockgruppe Vanilla Ninja. Wahrscheinlich sind die drei jungen Frauen der Band die bekanntesten Estinnen im deutschen Sprachraum. Teile dieser Region haben sie bereits musikalisch erobert, siehe entsprechenden Wikipedia-Eintrag. Schaun wir mal wie es heute am späten Abend in Osnabrück ausgehen wird. Weiteres später.
Update:
Wie ist das, wenn die bekannteste Band Estlands aufspielt, auf der Maiwoche in Osnabrück? Einem einwöchigen Stadtfest mit viel Open-Air-Musik. Für Vanilla Ninja war diese Bühne vor der mittelalterlichen Johanniskirche vorgesehen. Der Niedersachsensender ffn hatte zwei DJs, die das Publikum für das Konzert aufwärmten. Die Vanilla Ninja Fans waren schon Stunden vorher da.
Um 21 Uhr der große Auftritt, die Leute drängen zur Bühne. Die drei VN-Frauen mit Begleitband.



Die Frontsängerin. Live finde ich sie besser, rockiger als die Studioalben. Man sieht es:

Aber neugierig war ich auf die Fans. Und das sah nach dem Konzert so aus. Backstage warteten die echten Fans.Und jetzt stellt sich die Frage, welche Estinnen oder Esten haben solche Anhänger in Deutschland? Wahrscheinlich nur diese drei. Nach dem Konzert haben viele noch eine halbe Stunde auf diesen Moment gewartet, als die Estinnen zurück ins Hotel müssen. Und das bemerkenswerte dabei, einige wussten ganz genau, dass Vanilla Ninja aus Estland kommen.
Die VN-Enthusiastin hinter der Fahne hat mit ihrer Mutter schon ein Livekonzert während des Urlaubs in Estland besucht und andere haben sich die Nationalfahne bei Ebay besorgt.So ist das im neuen Europa.

Mittwoch, Mai 10, 2006

Estland beschließt EU-Verfassung - alles klar für Europa?

Die estnische Regierung hat sich in diesem Jahr für den in der EU gemeinsam begangenen Europa-Tag etwas besonderes einfallen lassen: Genau an diesem 9.Mai stimmte das estnische Parlament nahezu einstimmig (nur eine Gegenstimme) der EU-Verfassung zu. Eine frühere Verabschiedung war unter anderem an ungenauen Übersetzungen des Textes ins Estnische gescheitert.

Alles in bester Verfassung?
Dem estnischen Aussenminister Urmas Peat zufolge sei der Verfassungsentwurf "eben der beste, der gegenwärtig erreichbar ist." (Pressemitteilung vom 9.5.06) Seinen Worten zufolge zeige der klare Beschluß des estnischen Parlaments, dass Estland bereit sei zur Schaffung eines stärkeren, effizienteren und demokratischeren Europa. "Wir zeigen damit, dass wir mehr Sicherheit und mehr Wohlstand für die Menschen in Europa erreichen wollen, und das wir die Herausforderungen anzunehmen gewillt sind, vor denen die EU gegenwärtig steht."
Mit dem positiven Beschluß Estlands haben jetzt 15 EU-Staaten die Verfassung befürwortet. Zwei Volksabstimmungen in den Niederlanden und in Frankreich entschieden sich mit Mehrheit dagegen - nanach war der Beschlußfassungsprozeß ins Stocken geraten. Auch die Esten verknüpften ihre Zustimmung zur Verfassung nicht etwa mit Vorschlägen, wie nun weiter zu verfahren sei.

Wie sieht Europa aus estnischer Perspektive aus?
Auf seiner Bloggerseite hat Guistino aus New York die estnischen Ereignisse gespiegelt ("I own an appartment there"). Hier kommt eine andere Sprache als die europäische Diplomatenschule zum Ausdruck: "Wie zelebrierte Estland diesen Tag? Mädchen wackelten im Anton- Tammsaare-Park mit ihrem Hintern".
Die Ironie geht noch weiter: "Was würde der Schriftsteller Anton Hansen Tammsaare selbst zu dem ganzen Thema gesagt haben?" Guistino zählt Tammsaare (der allerdings schon 1940 starb) eher zu den potentiellen EU-Kritikern - obwohl in aktuellen Umfragen immer noch zwei Drittel der Esten die EU-Mitgliedschaft befürworten.
Die Ironie des Autoren gilt aber auch den Russen in Estland, die sich ebenfalls am 9.Mai versammeln, um abermals (mit weniger Aufsehen als zum runden Jubiläum 2005) den Sieg der Roten Armee über den deutschen Faschismus feiern. "Und sie nahmen sich Estland als Souvenir mit, weil es gerade am Wegesrand lag", schreibt Guistino. Er kritisiert das gesamte EU-Projekt als "bürokratisch und elitär".

Positives Image
Wie reagieren die internationalen Medien? Wohl größtenteils so, wie es sich die Esten erhofft hatten: das Ja zur EU-Verfassung wird von den meisten positiv gewertet und trägt somit weiterhin zur Schaffung eines guten estnischen Images in Europa bei. Könnte man es populistische Aussenpolitik nennen?
"Trotz Unkenrufen" sagte Estland ja, meint EURONEWS, nicht ohne gleichzeitig zu bemerken, dass Estland die Einführung des Euro wohl eher verschieben werde. Von Nachbar Finnland, wo eine Entscheidung über die Verfassung ebenfalls bevorsteht, werden andere Sorgen gemeldet: die Finnen möchten, beeinflußt auch vom Einkaufstourismus der eigenen Landsleute hinüber ins estnische Tallinn, europaweit eine höhrere Alkoholsteuer eingeführt wissen (Die Presse 8.5.06). Ob das sich als ein innenpolitisches Argument gegen die EU-Verfassung entpuppt? Blogger Guistino sieht diese Sachlage eher mit trockenem Humor: ""Die Nation von Santa Claus und den Rentieren wird in Kürze ebenfalls entscheiden, was sie von der Verfassung hält."

Samstag, Mai 06, 2006

Esten feiern in Hamburg Geburtstag

Warum nicht einmal auch die Geburtstage anderer feiern? Es könnte doch eine Methode sein, sich selbst ins Spiel zu bringen.
So könnten die Macher von "Enterprise Estonia" gedacht haben, als sie die Idee ausarbeiteten, sich in
Hamburg im Mai 2006 einladen zu lassen. Hamburg feiert wieder einmal drei Tage lang Hafengeburtstag, und diesmal ist Estland Schwerpunktland.

Sonne, gute Laune & Meer
Und Hamburg weiß, was es an den Gästen vom östlichen Ostseestrand hat: im Jahr zu vor, beim Schwerpunkt Südkorea, war es lausig kalt und regnerisch.
Diesmal schienen die Esten das strahlend schöne Wetter selbst mitgebracht zu haben, so dass einem ausgelassenen bunten Treiben, drei Tage lang, nichts im Wege stand. Der estnische Wirtschafts- minister Savisaar höchstpersönlich eröffnete am Freitag, den 5.Mai die Festlichkeiten auf der Kehrwiederspitze in der norddeutschen Metropole. Ausnahmsweise einmal waren die üblichen Reden mit Verweisen auf "jahrhundertelange Kontakte", "Traditionen der Hanse" und "gemeinsame europäische Werte" - die sonst häufig eher etwas schablonenhaft daherkommen, diesmal nicht so wichtig. Bei mehreren Hunderttausend Besuchern an diesem Wochenende, und estnischen Kunst- handwerkern, Touristikern, Musikbands und Köstlichkeiten für Magen und Seele mitten drin wird jeder spontan begriffen haben, worauf es ankommt: Estland zum Anfassen, zum Probieren und natürlich zum besuchen für den nächsten Urlaub.

Estland poliert seine Image
Die Organisatoren solcher Festlichkeiten können inzwischen darauf bauen, dass Estland auch in Deutschland nicht mehr völlig unbekannt ist.
Aus dem verstaubten und rückständigen Gerede vom "ehemaligen Sowjetstaat" ist inzwischen das Image eines sehr jungen, frischen und modernen neuen EU-Mitgliedslands geworden. Besonders die Bundesländer NRW (siehe Veranstaltungsprogramm) und auch Hamburg scheinen das im Jahr 2006 endgültig begriffen zu haben. Irritieren können da allenfalls noch Details, und einige Wortspiele. Ein Vertreter der Wirtschaftsbehörde verkündete den Besuchern, in Hamburg können man "Finno-Gruistik" studieren - nun, wer wird sich da schon so genau auskennen. Und ein Besucher am Eröffnungstag wollte einem estnischen Kunsthandwerker, der leider das Deutsch seines potentiellen Kunden nicht verstand, einreden, seine aus Stein gemachten Gegenstände müssten doch wohl aus "Ölschiefer" bestehen. Manche Schlagworte führen anscheinend ein seltsames Eigenleben. Gestutzt haben wird vielleicht auch mancher bei der angebotenen "Eesti Grillwurst" oder "Eesti Hamburger". Ein Scherz? Nein, weit gefehlt, neben frischem Saku-Bier tatsächlich als echt estnisch zubereitete Spezialität in Hamburg zu verkosten. Musik, Musik, Musik Einen weiteren wesentlichen Anteil an der guten Stimmung unter den zahlreichen Gästen trugen die vielen den ganzen Tag über ihr Programm darbietenden estnischen Musik- und Tanzgruppen bei. Über die legendäre KUKERPILLID, den Folkbands LEIGARID und JUSTAMENT bis hin zu den Mädchen und Damen des estnischen Radiochores war an schwungvollen Rythmen und stimmungsvollen Liedern kein Mangel. Aus Tartu war ein komplettes Orchester angereist, das zwischendurch auch einmal mit Pauken und energischen Trompetenstößen auf sich (und Estland) aufmerksam machen konnte. Und als schließlich abends LEHMAKOMMIONUD noch estnische "Kneipenlieder" und Evergreens spielten, erfreuten sich die estnischen Kollegen Künstlerinnen und Künstler daran und schwangen selbst das Tanzbein. Die Zeiten ändern sich Irgendwelche angeblich "exotischen" Merkwürdigkeiten wird beim estnisch geprägten Hamburger Hafengeburtstag vermutlich niemand bemerkt haben. Warum das erwähnenswert ist? Die rasenten Veränderungen in den baltischen Staaten (so auch in Estland) sind immer mal wieder einen Moment des Nachdenkens wert. Im Großen und Ganzen erzeugen sie ein positives Aussenbild, obwohl Estland-Freunden ja klar sein müsste, dass momentan leider noch nicht jede Estin und jeder Este auch wirklich seine persönliche Lage verbessern kann in dieser neuen Zeit. Ein positives Image kann aber zumindest den Aktivitäten entscheidend weiterhelfen, die auf Kontakte in andere Länder angewiesen sind - so wie der Tourismus. Diesen Sinn hat der fröhlich-sonnige Hamburger Hafengeburtstag in jedem Fall erfüllt - somit sind die dafür verwendeten EU-Zuschüsse gut angelegt. Viel Natürlichkeit Ein weiterer Vorteil des gemeinsamen Feierns in estnischer Gesellschaft ist wohl die natürliche Ernsthaftigkeit, mit der alles umgesetzt wird. Ersthaft soweit, wie es eine professionelle Planung und Umsetzung erfordert, und Natürlichkeit und Ausgelassenheit dort, wo die Arbeit getan ist, die Gesellschaft angenehm und Speisen und Getränke vorbereitet sind. Dann kann auch bei diesen sonst als etwas verschlossen und zurückhaltend geltenden Nordländern spontane Ausgelassenheit auftreten - und der Gast aus Deutschland kann sicher sein, dass dies nicht etwa wegen der Anwesenheit von fremden Gästen (also Touristen) inszeniert oder künstlich arrangiert ist. Mitten drin und voll dabei - beim estnisch geprägten Hamburger Hafenfest ein Genuß. Gebt uns mehr davon, Deutschland und Estland! Wer noch zum Hafengeburtstag hingehen möchte - hier das Programm des Estland-Festes.

Donnerstag, Mai 04, 2006

Ein Inder über Estland

Amerikaner kommen nach Tallinn, Skandinavier, Deutsche und andere Europäer und berichten in Blogs über ihre Erlebnisse. Die Perspektive ist häufig die selbe. Die Welt wird kleiner. Das kann man daran sehen, dass bereits in den 90ern selbst koreanische Reisegruppen Estland als Ziel angesteuert haben. Nicht nur Japaner sind kamerabewehrt, sondern auch alle anderen aus Asien. Hier nun der Kurzaufenthalt in Tallinn beschrieben im Blog eines Inders:

My Favorite Moments of Estonia:

* Exchanging lollipops for condoms in Tartu
* Landing at Lennujaam Airport
* Vana Tallinn
* Baltic Sea
* Estonian Females
* Drinking 80% alcohol
* Playing Drinking Games
* Arguing about God with Atheists

...usw. weiterlesen bei Sid Rulz.

Dienstag, Mai 02, 2006

Esten weltweit

Mit nur 1,4 Millionen Einwohner hinterlassen die Esten trotzdem weltweit Spuren. So zum Beispiel Priit. In einem Videopodcast zeigt er uns die Besonderheiten des Strands vor Shanghai(20 Millionen Einwohner). Oder wie zwei Esten darüber staunen, dass die chinesische Bedienung die Bierflasche mit Chopsticks öffnet.

Wer wird Präsident?


Regierungskrise Estland 1992
Originally uploaded by Jens-Olaf.
Hier sehen wir einen der vielen Rücktritte Edgar Savisaars (in der Mitte). Als Premierminister Anfang 1992. Aber er steht für das "Come Back"-Image in der estnischen Politik. Giustino, der einen Estland-Blog betreibt, befürchtet das Schlimmste. Für ihn spitzt sich das Duell zur Präsidentschatfswahl auf Savisaar versus Ilves zu. Lassen wir uns überraschen.