Sonntag, Juli 12, 2009

Leichtathletik WM in Deutschland

Mal ohne Krise, hier geht um die Chancen der estnischen Leichtathleten. MukiFuki hat da ein nettes Fotoset zusammengestellt.
Also, wir werden wohl Gerd Kanter sehen. Das sind die weltbesten Würfe in diesem Jahr. Nur von ihm.
71.64 Gerd Kanter EST 06/05/1979 1 Kohila 25/06/2009
70.84 Gerd Kanter 1 Chula Vista, CA 28/04/2009
69.86 Gerd Kanter 1 Chula Vista, CA 05/05/2009
69.70 Gerd Kanter 1c1 Los Realejos 15/03/2009
69.47 Gerd Kanter 1 La Jolla, CA 12/05/2009
69.07 Gerd Kanter 1 Tartu 03/06/2009
68.90 Gerd Kanter 1 Turnov 26/05/2009

Andrus Värnik im Speerwurf hat 82 Meter 2009 stehen. Mal sehen. Es ist nicht seine Saison. Aber Weltmeister war er schon.

Vielleicht schon eher bei den Frauen:60.76 Moonika Aava, über 60 Meter, da gibt es Endkampfchancen.

Im mittleren Spitzenfeld gibt es noch mehr Estinnen, wie Ksenija Balta mit 6, 68 im Weitsprung. Geboren in Minsk, Weissrussland 1986.

DDoS Nachspiel-Vorspiel

Denial of Service. Das ist ein Stichwort, das zum Teil bekannt ist, seitdem auch der Begriff Cyberwar aufgetaucht war. Ich weiss, man sollte den Begriff "Cyber"-krieg nicht verwenden. Denn die offizielle Kriegserklärung hat bis jetzt noch viel weitreichendere Folgen. Estland hat nach der Lahmlegung wichtiger nationaler und wirtschaftlicher Webseiten 2007 ein Nato-Zentrum für die Bekämpfung von Internetattacken bekommen.
Jetzt habe ich selbst erlebt, inwieweit der Alltag von solchen Attacken betroffen sein kann. Selbst in Schulen wurde die Arbeit mit Internetseiten eingestellt, nachdem tagelang das nationale Netz von Korea betroffen war, private Computer mussten mit extra Virensoftware aufgerüstet werden. Das heißt, zum Teil stundenlange Unterrichtsvorbereitung war umsonst. Okay, man kann improvisieren. Aber nun sind nicht nur Banken oder Regierungsseiten betroffen. Diesmal Fallbeispiel Südkorea. Jetzt werden die Verursacher auch in Deutschland und Österreich vermutet. Globalisierung.

Dienstag, Juli 07, 2009

Kolm Õde

Einst galten solche Gebäude als "typisches historisches deutschbaltisches Erbe" - aber längst beschränkt sich der Kreis von Leuten, die sich darum kümmern, nicht auf diesen Personenkreis.

Wie "Baltic Business News" heute meldet, hat das Hotel "Drei Schwestern" ab sofort einen neuen Eigentümer: Johannes Wientje, einer der vielen umsichtigen niederländischen Geschäftsleute, die auch in der baltischen Region sich tummeln. Seine "Maslé Onroerend Goed" (eine Finanz-Holding mit Sitz in Hengelo) kann es sich offenbar im Moment erlauben, solche Kapitalinvestitionen zu tätigen.

Also, entweder bald "DRIE ZUSJES", oder - hoffentlich nicht - bald erneutes Spekulationsobjekt (wer weiß, wo die Finanzkrise noch hinfällt)?

Sonntag, Juli 05, 2009

Laulupidu - Das große Sänger- und Tanzfest


The festival parade
Originally uploaded by kalevkevad
Seit dem 2. Juli ist ausgelassene Stimmung angesagt. Hier in Tallinn beim Umzug der Chöre und Teilnehmergruppen. kalevkevad hat die Stimmung eingefangen.


Am Rande

The festival parade
Originally uploaded by kalevkevad
Unesco World Heritage


Etwas verspätet, aber hier kann man bei ETV zum Teil im Livestream oder hier das Festival verfolgen.

Dienstag, Juni 30, 2009

Esten erobern Münster - für 5 Tage

Selbstverständlich wäre das westfälische Städtchen Münster auch so eine Reise wert gewwesen. Aber die Menschen, die am in den vergangenen fünf Tagen aus aller Welt dort zusammen kamen, verbindet eine ganz besondere Gemeinsamkeit: es sind Estinnen und Esten. ESTO 2009 heißt das alle vier Jahre stattfindende Event der "Esten aus aller Welt", das seit 1972 regelmäßig stattfindet. Die ehemaligen Veranstaltungsorte sind - durch die Besetzung und Eingliederung Estlands in die Sowjetunion erzwungen - auch bevorzugte Orte des jahrzehntelangen Exils in fremden Ländern: nach Toronto, Baltimore, Stockholm, Melbourne, New York und Riga war jetzt Münster an der Reihe. Nach dem 2.Weltkrieg kamen viele Estinnen und Esten zunächst in den sogenannten DP-Lagern unter - eine Durchgangsstation, deren manchmal abenteuerliche Verhältnisse und Umstände heute sorgsam dokumentiert werden. Dazu kommen mehrere Generationen zusammen: diejenigen, die noch in Estland geboren sind, andere die in Deutschland oder in anderen Ländern als Kinder ihrer estnischen Eltern groß geworden sind, und die ganz jungen, die als Enkelin- nen und Enkel heute auch wieder ins freie und unabhängige Estland reisen können und manchmal gar nichts anderes kennen - 20 Jahre ist die Wiedererlangung der Unabhängigkeit jetzt schon wieder her.

Münster hätte sich vielleicht ein wenig festlicher präsentieren können, dem Anlaß angemessen. Zwar erwies sich die Halle Münderland als angenehmer zentral
er Veranstaltungsort, aber die vielen Baustellen in der Innenstadt erweckten manchmal auch andere Gedanken: weniger die historischen Gebäude fielen auf (da viele sich derzeit hinter Bauzäunen verstecken), sondern eher die Namen wie "Karstadt" oder "Easykredit", die an die Finanzkrise mahnen, die in Estland noch wesentlich härtere Auswirkungen hat.

Aber lassen sich Esten dadurch beirren? Natürlich nicht! Mancher mag sie für wortkarg und zurückhaltend halten, aber beharrlich sind sie ja nun auch.
Und die Freude, einmal wieder Estinnen und Esten aus aller Welt zu treffen, ließ sich keiner nehmen. Da ist Musik, Gesang und Tanz angesagt: nicht nur in Form von Konzerten oder Verführungen, so wie es die Deutschen und Münsteraner erlebt haben mögen, die bei einer der Veranstaltungen zu Gast waren, sondern vor allem als selbst-gemachte Kultur. Mit-singen und Mit-tanzen heisst offenbar auch Mit-Este sein.

Dennoch - oder gerade deshalb? - werden die meisten Estinnen und Esten in Münster eher unter sich geblieben sein. Sich wiederzutreffen war ja eines der hauptsächlichen Ziele. Rund 1000 Teilnehmer/innen waren gekommen - nach Aussagen
der Veranstalter etwas weniger als geplant. Aber das mag auch am großen Estnischen Sängerfest liegen, das ebenfalls jetzt direkt nach Ende des ESTO 2009 vom 2.-5.Juli in Estland stattfindet. Für Est/innen aus USA, Kanada oder Australien sicher ein Grund, beide Ereignisse miteinander zu verbinden (Münster und Tallinn), aber andere kombinierten vielleicht lieber Mittsommer und Sängerfest miteinander und genießen also schon jetzt laue Sommertage in Estland.

Manche charakteristischen Elemente früherer Zusammenkünfte - Resolutionen und politische Forderungen - scheinen heute, im Zeitalter der wieder erlangten Unabhängigkeit und des Zusammen- wachsens von Europa - nicht mehr nötig. Parolen oder Spruchbänder waren in Münster beim Großen Festumzug am 28.Juni jedenfalls keine zu sehen. Aber ein wenig mehr Interesse und Aufmerksamkeit, vielleicht auch Unterstützung, hätten die Veranstalter sicher von deutscher Seite vielleicht doch gerne gesehen. Bis auf die Lokalpresse fand das Ereignis - als Weltkongress der Esten immerhin zum allerersten Mal in Deutschland! - in den deutschen Medien so gut wie gar nicht statt. Singen und Tanzen im manchmal so absichtsvoll bemühten "multikulturellen" Deutschland keine Sensation?

Einen Grund der "Entschuldigung"gibt es: jede/r hat heute, auch diesen Sommer, die Möglichkeit, auch spontan einfach selbst mal nach Estland zu fahren. Da ist erlebbar, was Estinnen und Esten in aller Welt an Kultur, Sprache und Tradition mit am Leben erhalten geholfen haben.
Also: Nichts wie hin zum LAULUPIDU, es beginnt schon übermorgen in Tallinn!

Mehr Fotos von ESTO 2009 gibt es hier (wird ergänzt)


ESTO2009 Veranstalterinfo

Ausführliche Berichte, Interviews, Musik von ESTO 2009 gibt es am Dienstag, 7.Juli 2009 ab 19.05 auf Radioweser.tv in der BALTISCHEN STUNDE. (auch online hörbar!)


Montag, Juni 29, 2009

Europa und Estland und die UN



Wenn es ein symbolisches Ereignis stellvertretend für die Verflechtung Estlands in internationalen Strukturen geben sollte, so ist es für mich gegenwärtig dieses Gefängnis bei Tartu.
Ein Kriegsverbrecher aus dem ehemaligen Jugoslawien wird hier inhaftiert:

The former wartime leader of Croatian Serbs, Milan Martic, was transported to Estonia late on Friday to serve out his 35- year sentence for war crimes committed in Croatia.

The transport of Martic from the Hague prison unit to Estonia is in line with the deal between the Estonian authorities and the UN, which deals with the implementation of the verdicts by the International Criminal Tribunal for the former Yugoslavia in The Hague.

Martic will serve his sentence in a prison in the eastern Estonian town of Tartu.

schreibt Balkaninsight
Leider habe ich im Moment noch nicht mehr Hintergrund für diese Entscheidung.

Hier ist der Case Information Sheet: Milan Martic

Ich hoffe, es kommt nun nicht schon wieder zu Konfusionen. Balkan oder Baltikum?
Was die Täterseite betrifft. Da hat es schon Angeklagte aus allen Kriegsparteien gegeben. Gospic eine der umkämpften Städte in der Krajina zwischen Kroaten und Serben, Foto 2005.
Croatia - Gospić

Samstag, Juni 27, 2009

Estland in Venedig

Da war doch mal was? Das Stichwort "Denkmalstreit" kann Estland zugeordnet werden, auch wenn das Ereignis selbst inzwischen mehr als 2 Jahre zurückliegt. r die Estin Kristina Norman ist es künsterlische Grundlage für ihre Arbeit. "After war" - so der dramatisch klingende Titel der estnischen Beitrags zur 53. Bienale in Venedig, eine Installation aus Videos, Fotos und Objekten. Zwei Jahre nach den realen Ereignissen brachte Norman ein bronzenes Abbild zurück zum ehemaligen Standort der Statue, eigenen Worten zufolge um zu beweisen, dass die Auseinandersetzung darum immer noch präsent ist.

"Ich habe immer schon dokumentarisch gearbeitet", so Kristina Norman im Text der Projektdarstellung, "und ich lebe in einem Land, wo die Vergangenheit stark die Gegenwart beeinflußt. Die estnische Mehrheit und die russische Minderheit bilden zwei unterschiedliche 'Gedächtnis-Kollektive'. Da mein persönlicher Hintergrund Bezüge zu beiden hat, habe ich versucht, mich auch künstlerisch dazwischen zu positionieren." Kristina Norman ist 1979 in Tallinn geboren, studierte Kunst an der estnischen Kunstakademie und arbeitete als Kunstlehrerin.

"Estland zeigt eine politsch brisante Arbeit und straft seine Künstlerin dafür mit Ignoranz", so kürzlich ein Beitrag in "Die Presse" aus Österreich, die von Norman erfahren haben will, dass die estnischen Medien diese Arbeit ignoriere. Der Biennale-Beitrag Estlands wurde von einer internationalen Jury aus 20 estnischen Kunstwerken ausgewählt. - Immerhin sind auch Zitate der Künsterlin zu finden, die einen Teil der Zurückhaltung des offiziellen Estland erklären könnte: "Vor zwei Jahren war es vielleicht die estnische Regierung, die den Medienkrieg gewann. Was ich im Moment als Künsterlin tue, ist dieses Image zu attackieren." (Zitat bei EFP). Da ist keine Rede mehr vom "Dazwischen-Stehen", sondern das klingt eher nach beabsichtigt experimenteller Opposition.

Der Kunst schadet ein wenig Aufsehen meistens nicht. Dem DeutschlandradioKultur zufolge ist der estnische Beitrag in Venedig ein Publikumsmagnet.

Mehr dazu:

Homepage Kristina Norman (mit Videos zum Anschauen)

Kristina Norman's Pressekonferenz in Ljubljana zu ihrer Arbeit (engl.) auf YouTube

Bericht von bei EFP – Estonian Free Press (englisch)

Informationen des estnischen Zentrums für Gegenwartskunst (CCA / Kaasaegse kunsti eesti keskus)

CCA-Presseübersicht zum Thema (estnisch/russisch)

Goethe-Institut Helsinki


Eurotopics

Bericht der BBC (engl.)

Kloty's Blog

Dienstag, Juni 23, 2009

Vabadusõja võidusammas

Es ist nicht nur Jaani-Zeit. Am Vabadus Väljak in Tallinn wurde das seit Monaten im Bau befindliche Denkmal zum Freiheitskrieg eingeweiht.
MukiFuki war dabei. Gleichzeitig wurde dieser wichtige Platz in der Hauptstadt neu gestaltet.

Samstag, Juni 20, 2009

Estland und der Iran



Ja, es gibt Journalisten, die bearbeiten beide Länder. Cyrus Farivar ist einer von wenigen. Vielleicht der Einzige. Er war in Tallinn, wegen der Cooperative Cyber Defence Conference
Nebenbei bearbeitet er sein Heimatland Iran, die aktuelle Entwicklung. Deshalb poste ich hier den Link zu seinem Blog, dort finden sich die beiden Themen, Estland und der Iran:
cyrusfarivar.com
Und um die Verknüpfung aufzunehmen, es geht um Vernetzung. Das Internet und die modernen Kommunikationsmittel.

Cyrus benutzt zum Beispiel Twitter, das viele als belanglos halten. Aber der Iran hat das Gegenteil bewiesen: Twitter spielt eine Rolle, wenn man es richtig nutzt. Diese Rolle spielten Blogs während der Orangenen Revolution in Kiew 2004.Twitter: Das ist ein Programm für kurze Textbotschaften, die man auf Handy und Computer lesen kann.
Cyrus hat zum Beispiel über die Konferenz in Tallinn getwittert. Er sendete Stichworte während der Vorträge und Diskussionen über sein Handy. Hier ein Beispiel aus der Konferenz - was Internetangriffe bewirken können, er zitiert hier jemand:

- January 24, 2003 there was so much network traffic, 20 percent global packet loss. Unprecedented. Starts to affect critical infrastructure. If you look at Blaster, we have some pretty amazing things that happened. Traffic systems, train, air traffic problems, flights delayed, canceled. Internal infections of nuclear power plants. 911 services down. Hospitals. ATMs. Slammer, Blaster, Sasser.

- These worms were not trying to take down banks, but they did. Just as a result of too much traffic. (09h19 Tallinn time)

Dienstag, Juni 16, 2009

President of Estonia, Toomas Hendrik Ilves

Ross Mayfield war einmal Internetberater für Präsident Lennart Meri. Er ist Unternehmer im Silicon Valley in Kalifornien. Seine Firma bietet Software auf Wiki-Basis an. Konsequent ist, dass seine Privatfotos mit CC-Lizensen (Common License) aufgenommen sind, deswegen kann ich sie posten.
Kurz und gut Präsident Ilves ist in den USA und spricht mit Obama, wir warten auf die Presseresonanz. Falls noch nicht bekannt: Ilves war ja US-Staatsbürger.
BNN:
The two heads of state also discussed the model of new security architecture for Europe that has been proposed by Russian president Dmitri Medvedjev whom Barack Obama is going to meet during his visit to Moscow.

President Obama also expressed its condolences for the death of Estonian soldier Allain Tikko in Afghanistan on June 15.